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Brauchtum

 

Osterhase
Der Hase ist ebenfalls ein Symbol für das Leben und für Fruchtbarkeit. Darum steht auch er an Ostern für den Sieg des Lebens über den Tod und als Zeichen dafür, daß es immer neues Leben geben wird.
Berichten zufolge wurde in Byzanz eine Zeit lang der Hase als Sinnbild für Jesus Christus benutzt.
Eine weitere Erklärung für den Ursprung des Symbols "Osterhase" liegt in der Tatsache, daß früher der Gründonnerstag ein wichtiger Zinstermin war. Teilweise wurden diese Schulden mit Hasen oder Eiern bezahlt. Außerdem ist der Schuldner nach dem Bezahlen ein freier Mann, was zu dem Bild führte, daß er ein Hase sei, der nicht mehr vom Hund gejagt wird.

Ostereier
Traditionell werden zu Ostern bunt bemalte Eier verschenkt. Das Ei war schon immer ein Symbol des Lebens und steht auch hier für die Auferstehung bzw. für den Sieg des Lebens über den Tod.
Eier wurden schon sehr früh zu Ostern verschenkt, was aber vermutlich eine sehr einfache Erklärung hat: während der Fastenzeit war es den gläubigen Christen verboten, Eier zu essen. Da die Hühner aber natürlich trotzdem weiter Eier legten, gab es nach der Fastenzeit viel zu viele Eier. Sie zu verschenken, war die einfachste Lösung, da man dieses Lebensmittel natürlich nicht wegwerfen wollte.

Den Brauch, Eier zu bemalen und zu verschenken, gab es schon in vorchristlicher Zeit. Die ersten bemalten Eier kamen aus der Ukraine, wo mit den bunten Farben während der Feiern zum Frühjahrsbeginn die wärmende Sonne symbolisiert wurde.
Das bemalte Ei wurde später vom Christentum als Schmuck übernommen. Für die Christen war das Ei ein Zeichen des Lebens und der Auferstehung. Um die Eier, die in der Karwoche zwar von den Hennen gelegt, aber (wegen der Fastenzeit) nicht gegessen werden durften, von "normalen" Eiern zu unterscheiden, wurden sie bemalt und gesegnet.
Vorbild für die Muster auf den Eiern waren vermutlich ursprünglich die Muster auf den Eiern von Wildvögeln. Bald wurde jedoch bestimmten Farben eine Bedeutung zugeordnet. So steht zum Beispiel seit dem 13. Jahrhundert die Farbe Rot für das Blut Jesu und damit für den Sieg des Lebens über den Tod. Goldene Eier sollen Kostbarkeit symbolisieren, gelbe den Wunsch nach Erleuchtung, orange Kraft und Wärme. Weiß ist die Farbe der Reinheit und grün die der Unschuld und Jugend.

Bis heute wurden zahlreiche Technicken entwickelt, um Eier zu verzieren.
Man kann sie zum Beispiel mit Pflanzenfarben einfärben. Dazu gibt man zum Kochwasser auißer einem Löffel Essig braune Zwiebelschalen (färben braun), Walnußschalen (rotbraun), Rote Beete (rot/violett), Spinat (grün) oder Safran (gelb). Nach dem Kochen werden die Eier mit einer Speckschwarte poliert.
Natürlich kann man sie auch mit Filzstiften bemalen, mit bunten Bändern und Kordeln verzieren oder Muster in die Farbe ritzen. Auch filigrane Verzierungen mit Scherenschnitten sowie das Einätzen von Mustern mit Säure sind alte Traditionen.

Brauchtum in Zusammenhang mit den Oster-Gottesdiensten
In den meisten Kirchen ist es am Anfang des Gottesdienstes dunkel. Die Dunkelheit symbolisiert die Trauer und die Verzweiflung der Anhänger Jesu, nachdem dieser gekreuzigt worden war. Dann wird das "Lumen Christi" gesungen der Pfarrer singt "Lumen Christi" (das Licht Christi) und die Gemeinde antwortet "Deo Gratias" (Dank sei Gott) und die Kirche wird erleuchtet. In der Regel entzündet der Pfarrer die neue Osterkerze am Osterfeuer, diese wird dann zum Altar getragen. In machen Kirchen bringen die Gläubigen Kerzen mit, die dann an der Osterkerze entzündet werden. Das heller werdende Licht soll ausdrücken, daß Christus auferstanden und das "Licht der Welt" ist.
In den Oster-Gottesdiensten wird also das Leben gefeiert. Besonders die Gottesdienste in der Osternacht können recht lange dauern. Sie bestehen aus vier Teilen: Lichtfeier (Entzündung des Osterfeuers/der Osterkerze, Singen des "Lumen Christi"), einem Wortgottesdienst (mit mindestens fünf Lesungen - am Ende des Wortgottesdienstes ertönt auch wieder die Orgel und das Licht in der Kirche wird wieder eingeschaltet. Dies ist eine Art Zeichen dafür, daß Jesus jetzt auferstanden ist), einer Tauffeier (in der die Gemeinde ihr Taufversprechen wiederholt, viele Eltern lassen auch ihre Kinder in der Osternacht taufen) und schließlich einer Eucharistiefeier.

Osterfeuer
Die Tradition der Osterfeuer geht auf heidnische Bräuche zurück. Es symbolisiert die Sonne, das größte aller Feuer. Mit den sogenannten Sonnenfeuern versuchte man schon im alten Ägypten, den Frühling auf die Erde "zu locken".
Heute steht das Osterfeuer für das Licht Christi und seinen Sieg über den Tod (also die Auferstehung).
Die ersten Osterfeuer gab es um das Jahr 750 in Frankreich, um das Jahr 1000 war der Brauch dann auch in Deutschland weit verbreitet.
Die Osterfeuer werden heute mit folgenden Worten geweiht:
"Allmächtiger, ewiger Gott, du hast durch Christus allen die an dich glauben das Licht deiner Herrlichkeit geschenkt. Segne dieses Feuer, das die Nacht erhellt und entflamme in uns die Sehnsucht nach dir, dem unvergänglichen Licht, damit wir mit reinem Herzen zum ewigen Osterfest gelangen...".

Osterkerze
In den Kirchen steht neben dem Altar und in der Regel in der Nähe des Taufbeckens immer (das heißt, nicht nur an Ostern, sondern das ganze Jahr über) eine große Kerze, die sogenannte Osterkerze. Die Flamme der Osterkerze symbolisiert das Osterfeuer (siehe oben). Sie wird an dem geweihten Osterfeuer angezündet. Daher ist die Osterkerze wichtiger Bestandteil der Ostergottesdienste. In der Osternacht wird die alte Kerze durch eine neue ersetzt, die dann als Jahreszahl das Osterfest des nächsten Jahres trägt (auf der Kerze, die an Ostern 2003 aufgestellt wurde, steht also 2004). Außerdem stehen auf der Osterkerze die griechischen Buchstaben Alpha und Omega. Diese sollen veranschaulichen, daß Gott Anfang und Ende allen Daseins ist. Die Osterkerze wird außer in der Osterzeit (das heißt, von Ostersonntag bis Pfingsten) nur zu besonders festlichen Gottesdiensten entzündet.
Der Brauch, eine Osterkerze aufzustellen, wird erstmals in einem Brief des heiligen Hieronymus aus dem Jahr 384 beschrieben. Berichte aus Rom über die Osterkerze gibt es seit Papst Zosimus (417-418). Seit dem 10. Jahrhundert ist der Brauch allgemein verbreitet.

Osterwasser
Bereits seit dem 4. Jahrhundert gibt es in der Osternacht traditionell viele Taufen. In der Osternacht wird auch das Taufversprechen erneuert. Für die Taufe wird geweihtes Wasser (Weihwasser, Taufwasser) verwendet. In der Osternacht wird das Wasser für das gesamte kommende Jahr (bis zum nächsten Osterfest) geweiht, von dem die Gläubigen auch etwas nach Hause mitnehmen dürfen. So soll ihr Heim vor Unglücken beschützt werden.

Osterlamm
Das Osterlamm ist ein Opferlamm. Es geht zurück auf das Lamm, welches die Juden am Passah-Fest verspeisen (vgl. Exodus 12, Vers 2 f.).
Die Christen erinnert es an das Leid Jesu, der auch "Lamm Gottes" genannt wird.
Das Lamm wird gesegnet, sein Verzehr soll vor Unheil schützen. Außer dem Osterlamm wurden und werden auch andere Speisen geweiht, zum Beispiel Milchprodukte, Brot, Eier, Schinken und andere während der Fastenzeit "verbotene" Speisen. Den Brauch gibt es vereinzelt bereits seit dem 7. Jahrhundert, seit dem 9. Jahrhundert ist er aus Rom bekannt.

Besonderheiten bei protestantischen Christen
In der protestantischen Kirche gibt es ebenfalls Lesungen, Gebete und das Auferstehungsevangelium. Auf eine Wasser- und Kerzenweihe wird jedoch verzichtet.


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